Wärmepumpe oder Wärmenetz – Was kostet eure Wärme realistisch?
Heizkostenrechner
Vergleicht die Vollkosten von Wärmepumpe, Nah- und Fernwärme & Heizkessel – als fairer Vollkostenvergleich für euer Gebäude.
Vollkostenvergleich: Was der Heizkostenrechner berücksichtigt
Mit diesem Heizkostenrechner könnt ihr die Vollkosten-Wärmepreise verschiedener Heizsysteme ermitteln und gegenüberstellen. So werden Wärmepumpen, Heizkessel und Nah- bzw. Fernwärme auf Augenhöhe ehrlich vergleichbar. Berücksichtigt werden Investitionskosten, Energiepreise und Betriebsdauer. So erkennt ihr überschlägig, welche Lösung für euer Gebäude langfristig wirtschaftlich ist.
Im Hintergrundartikel erfahrt ihr, warum der Heizkostenrechner entstanden ist und welches verbreitete Problem er löst.
Ihr kennt nicht alle Werte? Kein Problem.
Eingabehilfe zum Heizkostenrechner
Dieser Hilfebereich hilft euch, realistische Eingaben für den Heizkostenrechner zu finden und tiefer einzusteigen. Sie erlauben euch, typische Größenordnungen abzuschätzen, wenn ihr noch kein konkretes Angebot oder keine Verbrauchsdaten habt.
Beachtet aber: Referenzwerte geben nur eine erste Orientierung – Sobald ihr konkrete Zahlen vorliegen habt (Angebot oder Abrechnung), solltet ihr diese verwenden.
1. Wärmebedarf
Der Wärmebedarf beschreibt, wie viel nutzbare Wärme (Raumwärme + Warmwasser) euer Gebäude pro Jahr benötigt (nicht, wieviel Gas oder Strom eure Heizung verbraucht). Er hängt von der Größe, Bauweise und dem energetischen Zustand des Gebäudes sowie der Anzahl der Bewohner:innen und deren Nutzerverhalten ab.
Da der Wärmebedarf die zentrale Ausgangsgröße für die gesamte weitere Heizkostenberechnung darstellt, sollte dieser Wert so belastbar wie möglich sein. Darum gibt es hier drei Wege, ihn einzugeben:
Direkteingabe
Wenn ihr euren Wärmebedarf bereits kennt (bspw. aus einer eigenen Berechnung), könnt ihr ihn einfach ins offene Eingabefeld eingeben. Beachtet, dass ihr dort nicht den Gasverbrauch eingebt, denn der liegt durch die Wirkungsgradverluste der Heizung über dem Wärmebedarf des Gebäudes.
Schätzung über Gebäudemerkmale und Bewohner:innen
Kennt ihr euren Wärmebedarf nicht, könnt ihr ihn grob über das Baujahr, den Sanierungszustand, die beheizte Fläche und die Anzahl der Bewohner:innen abschätzen.
Beachtet, dass die beheizte Fläche in der Regel nicht die gesamte Wohnfläche ist, sondern meist etwa 20% darunter liegt.
Schätzung über bisherigen Verbrauch
Kennt ihr euren Wärmebedarf nicht, könnt ihr ihn grob über euren bisherigen (Brennstoff)Verbrauch abschätzen. Entnehmt dafür euren Abrechnungen oder vergangenen Zählerständen, wieviele Kilowattstunden (kWh) ihr pro Jahr verbraucht.
Über die Auswahl des Heizungstyps und dessen Effizienz (Nutzungsgrad / Jahresarbeitszahl) wird dann der Wärmebedarf daraus für euch abgeleitet.
Für diese Verbrauchsmethode solltet ihr möglichst nicht nur ein einzelnes Jahr verwenden. Ein sehr kalter Winter, Leerstand, längere Abwesenheit oder ein besonders sparsames Jahr können das Ergebnis verzerren. Besser ist ein Durchschnitt aus zwei bis drei Jahren. Wenn das Gebäude seitdem saniert wurde, sich die Zahl der Bewohner geändert hat oder die Heizung anders betrieben wird, sind alte Verbrauchsdaten nur eingeschränkt aussagekräftig.
Wärmepumpe
Anschaffungskosten
Die Kosten für Wärmepumpen hängen stark davon ab, was im Preis enthalten ist: nur das Gerät, auch Montage, Erschließung der Wärmequelle, Speicher, Elektroarbeiten oder zusätzliche Arbeiten am Heizsystem. Deshalb unterscheiden sich Referenzwerte je nach Quelle. Nutzt sie als Plausibilitätscheck – konkrete Angebote sind wichtiger.
| Luftwärmepumpe | Erdwärmepumpe mit Kollektoren |
Erdwärmepumpe mit Sonde |
Grundwasser- Wärmepumpe |
|
|---|---|---|---|---|
| Anschaffung | 22.500 € | 28.500 € | 28.500 € | 28.500 € |
| Erschließung Wärmequelle | - | 2.000 – 5.000 € | 6.000 – 13.000 € | 4.000 – 7.000 € |
| Anschaffungskosten gesamt | 22.500 € | 30.500 – 33.500 € | 34.500 – 41.500 € | 32.500 – 35.500 € |
Quelle: co2-online – Wärmepumpe
Abgerufen am 29.05.2026
| Luftwärmepumpe mit Außengerät |
Erdwärmepumpe mit Kollektorfeld |
Erdwärmepumpe mit Sonde |
|
|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten Gerät | 8.000 – 16.000 € | 8.000 – 16.000 € | 8.000 – 16.000 € |
| Installationskosten1 | ca. 3.000 € | ca. 3.000 – 8.000 € | ca. 3.000 – 16.000 € |
| Kosten am Haus2 | 400 – 15.000 € | 400 – 15.000 € | 400 – 15.000 € |
| Anschaffungskosten gesamt | 11.000 – 35.000 € | 11.000 – 40.000 € | 11.000 – 47.000 € |
1: inkl. Lohnkosten und Erschließung der Wärmequelle
2: je nach Aufwand
Quelle: Finanztip – Wärmepumpe
Abgerufen am 29.05.2026
| Luftwärmepumpe mit Außengerät |
Grundwasser- Wärmepumpe |
Erdwärmepumpe mit Kollektorfeld |
Erdwärmepumpe mit Sonde |
|
|---|---|---|---|---|
| 5 kW thermisch (z.B. kleines Haus / Neubau) |
18.802 € | 32.844 € | 31.773 € | 34.153 € |
| 10 kW thermisch (z.B. großes Haus / Altbau) |
31.178 € | 50.099 € | 45.339 € | 52.241 € |
Bundesweite Durchschnittswerte – Tatsächliche Kosten können lokal z.T. erheblich abweichen.
Nach Quelle: Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW) – Technikkatalog
Abgerufen und Heruntergeladen am 29.05.2026
Eigene Umrechnung: Nettopreise zu Bruttopreisen inkl. MwSt.
Förderung:
Fördersätze und Förderprogramme für Wärmepumpen und andere Heizungsarten sind bei der Verbraucherzentrale übersichtlich dargestellt. Sie liegen meist zwischen 30 – 70%.
Quellen, Hintergründe und weitere Infos:
- Wärmepumpe – co2-online.de
- Wärmepumpe – Finanztip.de
- Technikkatalog – Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW)
- Warum Wärmepumpen in Deutschland viel teurer sind – Tagesschau.de
- Günstig oder teuer? Wieviel kosten Wärmepumpen? – energie-experten.org
- „Heizungsförderung für Bestandsgebäude: Heizen mit Erneuerbaren Energien“ – Verbraucherzentrale
Betriebskosten - Strom
In der Regel haben Stromtarife zwei Kostenanteile: Einen Arbeitspreis pro Kilowattstunde (ct/kWh) und einen Grundpreis pro Monat (€/Monat). Um aber auch eigene Solarstromanteile berücksichtigen zu können, arbeitet dieser Heizkostenrechner mit einem gemittelten Strompreis (ct/kWh).
2026 liegt der mittlere Strompreis bei etwa 37-41 ct/kWh:
| Quelle | Mittlerer Strompreis | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Bundesnetzagentur | 40,05 ct/kWh | Stichtag 1. April 2025 |
| Destatis | 40,55 ct/kWh | 2. Halbjahr 2025 |
| co2-online | ca. 37,2 ct/kWh | Januar 2026 |
Mittlerer Strompreis inkl. MwSt. für Haushaltskunden.
Nach Quellen: Bundesnetzagentur, Destatis und co2-online
Abgerufen am 31.05.2026
Den mittleren Strompreis eures eigenen Tarifs könnt ihr euch aus Arbeits-, Grundpreis und euerm Jahresverbrauch selbst berechnen: Der Arbeitspreis wird mit dem Verbrauch multipliziert und anschließend zum Jahres-Grundpreis addiert.
Beachtet: Manche Versorger bieten auch spezielle Wärmepumpentarife zu besonderen Konditionen an.
Eigener Solarstrom
Wenn ihr wisst, wieviel eigenen Solarstrom ihr zum Heizen zur Verfügung habt, könnt ihr diesen anteilig mit seinem Wert (z.B. Einspeisevergütung) im mittleren Strompreis berücksichtigen. Der Solarenergie Förderverein (SFV) stellt Einspeisevergütungen von Neu- und Bestandsanlagen übersichtlich dar. Für Anlagen aus den letzten 10 Jahren liegen sie im Bereich von 8-12 ct/kWh.
- „Preisbestandteile und Tarife“ – Bundesnetzagentur
- „Erdgas- und Stromdurchschnittspreise“ – Destatis
- „Strompreisentwicklung: Das kostet 1 kWh Strom 2026“ – co2-online
„Einspeisevergütungen im Überblick“ – Solarenergie Förderverein (SVF)
Effizienz - Jahresarbeitszahl
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt das Verhältnis zwischen erzeugter Wärmemenge und eingesetzter Strommenge über das Jahr – Je höher, desto besser und effizienter.
Die JAZ hängt nicht nur vom Wärmepumpentyp ab. Entscheidend ist vor allem der Temperaturhub, den die Wärmepumpe überwinden muss: Je niedriger die Vorlauftemperatur und je wärmer bzw. stabiler die Wärmequelle, desto höher kann die Jahresarbeitszahl ausfallen.
Plausible JAZ-Bereiche als Eingabehilfe:
| Vorlauftemperatur | Luftwärmepumpe (mit Außengerät) |
Erdwärmepumpe (mit Sonde) |
Grundwasser- wärmepumpe |
|---|---|---|---|
| bis ca. 35 °C | 3,8 – 4,5 | 4,3 – 5,0 | 4,8 – 5,5 |
| 35 – 45 °C | 3,3 – 4,0 | 3,8 – 4,6 | 4,3 – 5,0 |
| 45 – 55 °C | 2,8 – 3,5 | 3,3 – 4,0 | 3,8 – 4,5 |
| über 55 °C | 2,3 – 3,0 | 2,8 – 3,5 | 3,2 – 4,0 |
Die hier dargestellten Werte sind plausible Orientierungswerte. Sie entsprechen in ihren Größenordnungen den Werten fachlicher und wissenschaftlicher Quellen, sind aber nicht direkt aus einzelnen Quellen entnommen.
Quelltemperaturen
- Luft-Wärmepumpen reagieren stärker auf Außentemperaturen;
- Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen profitieren von stabileren Quellentemperaturen.
Vorlauftemperaturen
- Kleine Heizkörper benötigen hohe Vorlauftemperaturen (mehr Temperaturhub notwendig –> kleinere JAZ);
- Flächenheizkörper (z.B. Fußboden) kommen aufgrund ihrer größeren Übertragungsfläche mit niedrigeren Vorlaufemperaturen zurecht (geringerer Temperaturhub –> höhere JAZ).
Hohe Jahresarbeitszahlen sind darum vor allem dann zu erwarten, wenn die Wärmequelle in der Heizsaison vergleichsweise warm ist und die Heizflächen möglichst groß sind.
- Wärmepumpen in Bestandsgebäuden – Abschlussbericht des Projektes „WP-QS im Bestand“ – Fraunhofer ISE (2025)
Abschlussbericht „So geht’s mit Wärmepumpen!“ – Umweltbundesamt (2026)
„Effizienzkennzahlen bei Wärmepumpen: Optimierung von Stromverbrauch und Betriebskosten“ – Gebäudeforum klimaneutral / Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) (2026)
Sonstige Kosten
Wartungskosten
Wärmepumpen sollten (wie alle Heizungssysteme) regelmäßig gewartet werden. Die Verbraucherzentrale geht dafür von Kosten von 150 bis 300 € pro Jahr aus; co2-online.de nennt 110 – 220 € pro Jahr.
Die Verbraucherzentrale warnt:
„Es sind Hersteller bekannt, die über 600 Euro dafür verlangen. „Bei einer Preisanfrage für eine neue Wärmepumpenheizung sollten die Wartungskosten direkt mit angefragt werden“, empfiehlt Reinhard Schneeweiß, Energieberater bei der Verbraucherzentrale Saarland, daher.“
– Verbraucherzentrale Saarland, Pressemitteilung vom 24.05.2024
Separater Stromzähler (bei Wärmepumpentarif)
Wenn ein separater Zähler, ein intelligentes Messsystem oder eine Steuerungseinrichtung notwendig ist, können zusätzliche Messstellenkosten in der Größenordnung von 25 – 50 € pro Jahr anfallen.
- Kosten und Förderung: Womit muss ich bei einer Wärmepumpe rechnen? – Verbraucherzentrale
Heizungswartung: Kosten, Pflichten & Regelmäßigkeit – co2-online.de
Smart Meter: Was Sie über die Stromzähler wissen müssen – Verbraucherzentrale
Strompreisentwicklung
Niemand kann Strompreise über 20 oder 40 Jahre zuverlässig vorhersagen. Sie hängen nicht nur vom Börsenstrompreis ab, sondern auch von Netzentgelten, Steuern, Abgaben, Umlagen, Grundpreisen und politischen Entscheidungen.
Deshalb solltet ihr die jährliche Strompreisentwicklung im Rechner nicht als Prognose verstehen, sondern als Szenario:
- Positive Werte: Wie ändern sich die Wärmepreise, falls der Strompreis entsprechend steigt?
- Negative Werte: Wie ändern sich die Wärmepreise, falls der Strompreis entsprechend sinkt?
Beachtet: Dieser Heizkostenrechner betrachtet Strompreisentwicklung relativ zur Inflation. „0% Strompreisänderung“ bedeutet also, dass der Strompreis sich exakt entsprechend der Inflation entwickelt (und nominal trotzdem steigen kann). Änderungen am Slider beziehen sich also immer auf die Veränderung in Bezug zur Inflation.
| Szenario | Eingabe im Rechner | Bedeutung |
|---|---|---|
| stabil | 0 %/a | Strompreis bleibt konstant (zur Inflation) |
| moderat steigend | +1 %/a | vorsichtige Preissteigerung |
| deutlich steigend | +2–3 %/a | Stresstest für höhere Stromkosten |
| fallend | −1 %/a | testet sinkende reale Stromkosten |
Die Analyse „Heizkosten und Treibhausgasemissionen in Bestandswohngebäuden“ des Kopernikus-Forschungsprojekts Ariadne (durchgeführt vom Fraunhofer ISE) modelliert für die nächsten Jahrzehnte folgende Endkunden-Strompreisveränderungen (für Haushalte):
|
Endkundenpreise (Haushalte) in €ct2024/kWh |
2025 | 2030 | 2035 | 2040 | 2045 | 2050 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Haushaltsstrom | 29,90 | 31,84 | 30,90 | 29,70 | 28,10 | 27,60 |
| Veränderung zu 20251 | 0 % | + 1,3 % | + 0,3 % | 0,0 % | − 0,3 % | − 0,3 % |
| Wärmepumpentarif | 25,70 | 29,00 | 29,60 | 29,70 | 28,10 | 27,60 |
| Veränderung zu 20251 | 0 % | + 2,4 % | + 1,4 % | + 1,0 % | + 0,4 % | + 0,3 % |
Mittlerer Strompreise für Haushaltskunden inkl. Netzentgelte, Konzession, Stromsteuer und MwSt.
1: Eigene Berechnung der Veränderung in Bezug zu Referenzjahr 2025
Nach Quelle: Kopernikus-Projekt Ariadne
Abgerufen am 02.06.2026
- „Heizkosten und Treibhausgasemissionen in Bestandswohngebäuden“ (2024) des Kopernikus-Forschungsprojekts Ariadne – durchgeführt vom Fraunhofer ISE im Auftrag des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK)
Ersatzgerät nach 20 Jahren
Dieser Rechner betrachtet zwei Wärmepumpengenerationen, um auch einen ehrlichen Vergleich zu Wärmenetzen zu ermöglichen. Wärmenetze haben eine deutlich längere Lebens- und Betriebsdauer (oft über 40 Jahre) als Einzelheizungen, sodass es die Gegenüberstellung verzerren würde, nur eine Heizungsgeneration zu betrachten.
Nach 20 Jahren wird in diesem Rechner daher ein Austausch der Wärmepumpe durch ein Neugerät angenommen.
Ähnlich wie beim Strompreis ist es schwer, die Preisentwicklung von Wärmepumpen zu prognostizieren. Der Technikkatalog des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW) nennt für Wärmepumpen im Jahr 2040 Anschaffungspreise, die inkl. Installation etwa 10-12% unter den heutigen Preisen liegen.
Darum geht dieser Heizkostenrechner für das Ersatzgerät nach 20 Jahren zunächst von 88 % der ursprünglichen Anschaffungskosten aus (ohne Förderung). Dieser Wert kann aber über einen Slider verändert werden, wenn ihr Grund zur Annahme anderer Neuanschaffungspreise in 20 Jahren habt.
Wärmenetz
Jedes Wärmenetz ist ein individuelles System. Darum sind allgemeine Referenzwerte hier weniger sinnvoll als bei Wärmepumpen oder Heizkesseln.
Anschlusskosten
Zu den Anschlusskosten zählen alle einmaligen Kosten, die entstehen, damit euer Gebäude ans Wärmenetz angeschlossen und die Wärme im Gebäude nutzbar wird. Dazu können gehören:
- Hausanschlussleitung inkl. Tiefbau und Montage (Leitung vom Verteilnetz bis ins Gebäude)
- Wärmeübergabestation (Wärmetauscher, Regelung, Absperrungen, Sicherheitstechnik, Wärmemengenzähler)
- Ggfs. Baukostenzuschuss (Beitrag zu Netz- bzw. Verteilanlagen)
Wichtig: Nicht alle Wärmenetze stellen euch all diese Kostenpunkte in Rechnung. Manchmal sind einige dieser Kosten auch über den Grundpreis mit abgedeckt. Manche Anbieter stellen nur die Anschlussleitung, nicht aber die Wärmeübergabestation bereit. Angebote für Wärmenetze sind daher nur vergleichbar, wenn klar ist, was enthalten ist. Nutzt deshalb möglichst das konkrete Angebot eures Versorgers und prüft, welche Kostenpositionen zusätzlich durch Handwerksbetriebe entstehen.
Mögliche Preisspanne:
| Quelle | Anschlusskosten |
|---|---|
| Laut Stiftung Warentest | 5.000 - 20.000 € |
| Laut Verbraucherzentrale | 8.000 - 15.000 € |
Nach Quellen: Stiftung Warentest und Verbraucherzentrale
Abgerufen am 24.06.2026
Förderung
Der Anschluss privater Wohngebäude an ein Wärmenetz kann über die BEG-Heizungsförderung der KfW gefördert werden (Stand 06/2026). Förderfähig sind insbesondere notwendige Maßnahmen und Komponenten auf dem Grundstück des anzuschließenden Gebäudes, zum Beispiel Rohrleitungen, Übergabestation, Installation, einmalige Anschlussgebühren und Maßnahmen zur Wärmeverteilung im Gebäude.
Quellen und Referenzwerte:
- „Heizkosten Fernwärme – Was Kunden und Mieter wissen müssen“ – Stiftung Warentest
- „Fernwärme: Kosten sparen und gleichzeitig das Klima schonen“ – Verbraucherzentrale
- „Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude“ – KfW
- „Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen – Sanieren“ – Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa)
Betriebskosten - Wärmepreis
https://www.gesetze-im-internet.de/avbfernw_rmev/
Sonstige Kosten
Wärmepreisentwicklung
Heizkessel
Zu den konventionellen Heizsystemen zählen Gas‑, Öl‑ und Pelletkessel. In diesem Rechner werden sie unter der Rubrik „Heizkessel“ zusammengefasst. Für einen Kostenvergleich sind Anschaffungskosten, Brennstoffpreis, Nutzungsgrad, Wartungskosten und eine eventuelle Reinvestition nach 20 Jahren entscheidend.
Anschaffungskosten
Heizkessel sind in der Anschaffung unterschiedlich teuer. Neben dem Heizkesseltyp kommt es auch darauf an, ob nur das Gerät selbst oder auch Montage, Speicher, Abgasanlage, Rückbau, Gasanschluss beziehungsweise Pelletlager in den Kosten enthalten sind.
| Gaskessel | Holzpelletkessel | Holzhackschnitzelkessel | |
|---|---|---|---|
| Laut Verbraucherzentrale1 | etwa 16.000 € | etwa 42.000 € | etwa 50.000 € |
| Nach KWW-Technikkatalog2 | 12.733 - 14.756 € (5 kW - 10 kW th) |
26.656 - 37.961 € (5 kW - 10 kW th) |
64.022 € (20 kW th) |
Bruttopreise inkl. MwSt.
Nach 1: Verbraucherzentrale – Energieberatung und 2: Eigene Berechnung (+ MwSt.) nach KWW-Technikkatalog
Quellen, Hintergründe und weitere Infos:
Die Entwicklung der Preise für Heiztechnik seit 2021 – Verbraucherzentrale
- Technikkatalog – Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW)
Brennstoffkosten
| Brennstoff | Preis (2026) |
|---|---|
| Erdgas | ca. 12 ct/kWh1 |
| Holzpellets | ca. 8,5 – 10 ct/kWh2 |
Bruttopreise inkl. MwSt. für Haushaltskunden.
Nach 1: Destatis und 2: C.A.R.M.E.N. e.V.
Abgerufen am 02.06.2026
Erdgas:
Gaspreise bestehen aus Arbeitspreis und Grundpreis. Der Arbeitspreis gilt pro verbrauchter Kilowattstunde, der Grundpreis fällt unabhängig vom Verbrauch an. Mischpreise (wie Destatis sie angibt und wie sie dieser Heizkostenrechner nutzt) enthalten den Grundpreis bereits rechnerisch. Wenn ihr euren eigenen Vertrag kennt, könnt ihr den Mischpreis berechnen, in dem ihr den Arbeitspreis mit dem Verbrauch multipliziert und anschließend zum Grundpreis addiert. Diese Summe teilt ihr dann durch euren Verbrauch.
Beachtet, dass sich Gaspreise in Zukunft stark verändern können. Gründe dafür sind neben instabilen Weltmarktpreisen vor allem der CO2-Preis-Anteil, steigende Kosten für Grüngasbeimischungen sowie steigende Netzentgelte. Mehr dazu im Bereich „Energiepreisentwicklung“.
Pelletpreise werden häufig in Euro pro Tonne angegeben. Für den Rechner ist aber ein Preis in ct/kWh sinnvoll. C.A.R.M.E.N. e.V. rechnet mit einem Heizwert von 4,9 MWh pro Tonne Pellets. Ein Pelletpreis von 400 €/t entspricht damit ungefähr 8,2 ct/kWh.
Effizienz - Nutzungsgrad
| Heizkessel | Plausibler Nutzungsgrad |
|---|---|
| Gas-Brennwertkessel | ca. 86 - 92 %1 |
| Pelletkessel |
ca. 75 – 85 %2 |
Nach 1: Kopernikus-Projekt Ariadne und 2: esyoil.com (agital.online GmbH)
Abgerufen am 02.06.2026
„Der Jahresnutzungsgrad einer Heizungsanlage ist das Verhältnis der erzeugten Wärme zu der dem Heizkessel zugeführten Endenergie im Laufe eines Betriebsjahres. Er gibt die Effizienz eines Heizungssystems wider. Die Effizienz wird vom Wirkungsgrad des Heizkessels und den Verlusten, bspw. im Wärmezwischenspeicher und -verteilsystem, bestimmt. Da neue Heizungen im Allgemeinen effizienter sind als alte, steigen die mittleren Jahresnutzungsgrade aufgrund der Substitution im Zeitverlauf an.“
- „Heizkosten und Treibhausgasemissionen in Bestandswohngebäuden“ (2024) des Kopernikus-Forschungsprojekts Ariadne – durchgeführt vom Fraunhofer ISE im Auftrag des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK)
Sonstige Kosten
Bei Heizkesseln fallen verschiedene jährliche Kosten an:
- Wartungskosten,
- Schornsteinfeger,
- Betriebsstrom für Pumpen, Regelung, Pelletförderung,
- bei Pellets: Ascheentsorgung, Lagerreinigung, Fördersystemwartung,
- Ggfs. Instandhaltungsrücklagen
| Kostenpunkt | Gas-Brennwertkessel | Pelletkessel |
|---|---|---|
| Wartung1 | ca. 80 – 220 €/a | ca. 110 – 370 €/a |
| Schornsteinfeger 2 | 50 - 90 € | 80 - 150 € |
| Betriebsstrom3 | ca. 40 €/a | ca. 50 €/a |
Nach 1: co2-online, 2: heizung.de (Viessmann Holding International GmbH) und 3: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (Direktvergleich zweier Anlagen)
Abgerufen am 02.06.2026
„Heizungswartung: Kosten, Pflichten & Regelmäßigkeit“ – co2-online
- „Schornsteinfeger: Kosten und Aufgaben“ – heizung.de (Viessmann Holding International GmbH)
- „Gasheizung oder Pelletheizung – Ein Vergleich“ (PDF) – Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (2024)
- „Wie viel Strom verbraucht eine Gasheizung?“ – co2-online
Energiepreisentwicklung
Die Preisentwicklung von Brennstoffen lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen. Nutzt die Eingabe im Rechner daher als Szenarioannahme.
ERDGAS
Gerade beim Erdgas deuten drei Faktoren auf deutliche Preissteigerungsrisiken hin:
- „Biotreppe“ / „Grüngasquote“: Nach dem vom Bundeskabinett beschlossenen Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes sollen Heizungen, die unter die Biotreppe fallen, ab 2029 zunehmende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe, wie Biomethan oder Wasserstoff einsetzen. Vorgesehen sind 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035 und 60 % ab 2040. Solche Brennstoffe sind bereits heute teurer als Erdgas und in ihrer Verfügbarkeit begrenzt (was sie bei hoher Nachfrage weiter verteuert).
- CO2-Preis: Erdgas verursacht CO₂-Emissionen und wird deshalb über den nationalen und künftig europäischen Emissionshandel bepreist. Der CO₂-Preis verteuert fossile Brennstoffe und soll Anreize schaffen, Emissionen zu senken. Die genaue Entwicklung ist unsicher, weil der EU-ETS 2 stärker marktbasiert funktioniert (Preis nach Angebot & Nachfrage) und keine festen Preise wie der bisherige nationale CO2-Preis vorsieht.
- Gasnetzentgelte: Da viele Gaskunden in Zukunft auf Alternativen wie Wärmepumpen und Wärmenetze umsteigen, müssen die Kosten des Gasnetzbetriebs auf immer weniger verbleibende Gaskunden umgelegt werden. Je weniger Gebäude mit Gas beheizt werden, desto teurer wird es für sie. In vielen Gebieten werden Gasverteilnetze voraussichtlich stillgelegt und zurückgebaut.
Quellen, Hintergründe und weitere Infos:
- Pressemitteilung: „Bundeskabinett beschließt Gebäudemodernisierungsgesetz“ 13.05.2026 – Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB)
Analysen im Kontext des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) – Deutsche Energieagentur (dena)
- „Gasheizung wird für Eigentümer zum Risiko“ – t-online
- „Diese Kostenspirale droht den letzten Gaskunden“ – t-online
„Kosteneinsparung einer frühen Gasnetzstilllegungsplanung“ – Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM im Auftrag des Umweltinstituts München e.V.
- [Video] Press Briefing Wärmewende: „Welche Konsequenzen hat das GMG?“ – Science Media Center (SMC)
Ersatzgerät nach 20 Jahren
Dieser Rechner betrachtet zwei Heizkesselgenerationen, um auch einen ehrlichen Vergleich zu Wärmenetzen zu ermöglichen. Denn Wärmenetze haben eine deutlich längere Lebens- und Betriebsdauer (oft über 40 Jahre) als Einzelheizungen (meist etwa 20 Jahre), sodass es die Gegenüberstellung verzerren würde, nur eine Heizungsgeneration zu betrachten.
Ähnlich wie beim Strompreis ist es schwer, die Preisentwicklung von Wärmepumpen zu prognostizieren.
Darum geht dieser Heizkostenrechner für das Ersatzgerät nach 20 Jahren von den gleichen Kosten der ursprünglichen Anschaffungs aus (ohne Förderung). Dieser Wert kann aber über einen Slider verändert werden, wenn ihr Grund zur Annahme anderer Neuanschaffungspreise in 20 Jahren habt.
Methodik & Grenzen
Der Joul-Heizkostenrechner vergleicht die Vollkosten verschiedener Heizsysteme. Dadurch werden Systeme mit unterschiedlichen Kostenstrukturen wie Wärmepumpen, Heizkessel und Wärmenetze vergleichbar. Dieses Kapitel erklärt, wie die Berechnungen zustande kommen, welche Annahmen dahinterstecken und wo die Grenzen des Modells liegen.
1. Ausgangspunkt – der Wärmebedarf
Der Wärmebedarf ist die wichtigste Ausgangsgröße des gesamten Rechners. Er beschreibt, wie viel nutzbare Wärme euer Gebäude pro Jahr benötigt — also für Raumwärme und Warmwasser zusammen.
Wichtig: Der Wärmebedarf ist nicht automatisch dasselbe wie euer bisheriger Gas-, Öl-, Pellet- oder Stromverbrauch. Denn beim bisherigen Verbrauch sind immer auch Verluste der alten Heizungsanlage enthalten. Ein Gaskessel, der 20.000 kWh Gas verbraucht, stellt dem Gebäude also weniger als 20.000 kWh nutzbare Wärme bereit. Ein Teil der Energie geht über Abgas, Speicher, Verteilung oder ineffiziente Betriebsweise verloren.
Es gibt in diesem Rechner drei Wege, den Wärmebedarf zu berücksichtigen:
Direkteingabe
Wer den Wärmebedarf aus einer professionellen Heizlastberechnung oder Energieberatung kennt, kann ihn direkt eingeben.
Schätzung über Gebäudemerkmale
Bei dieser Methode wird der Wärmebedarf aus zwei Teilen zusammengesetzt:
Wärmebedarf = Raumwärmebedarf + Warmwasserbedarf
Der Raumwärmebedarf hängt vor allem davon ab, wie groß das Gebäude ist und wie viel Wärme es pro Quadratmeter und Jahr benötigt (spezifischer Heizwärmebedarf).
Raumwärmebedarf = beheizte Fläche × spezifischer Heizwärmebedarf
Die beheizte Fläche liegt meist etwa 20% unter der gesamten Wohnfläche. Denn Keller, unbeheizte Dachräume, Abstellräume oder selten beheizte Bereiche zählen nicht unbedingt vollständig dazu.
Der spezifische Heizwärmebedarf in kWh pro Quadratmeter und Jahr wird abhängig von Gebäudetyp, Baualter und Sanierungszustand aus der TABULA-Datenbank des Instituts für Wohnen und Umwelt (IWU) abgeleitet.
Zusätzlich zum Raumwärmebedarf wird der Warmwasserbedarf berücksichtigt. Dieser hängt von der Anzahl der Personen und deren Nutzerverhalten ab:
Warmwasserbedarf = Personen im Haushalt × typischer Warmwasserbedarf pro Person
Dieser Rechner geht von einem Warmwasserverbrauch von 800 kWh pro Person und Jahr aus. Wer häufig badet, sehr lange duscht oder viel Warmwasser nutzt, kann darüber liegen. Sparsame Haushalte können darunter liegen.
Ein Beispiel:
Ein teilsaniertes Einfamilienhaus aus 1980 hat 130 m² beheizte Fläche. Für seine Baualtersklasse und seinen Sanierungszustand wird ein spezifischer Heizwärmebedarf von 82 kWh/m²·a angesetzt.
Dann ergibt sich für die Raumwärme:
130 m² × 82 kWh/m²·a = 10.716 kWh/aIm Haus leben 3 Personen. Für Warmwasser werden angesetzt:
3 × 800 kWh/a = 2.400 kWh/aDer geschätzte gesamte Wärmebedarf beträgt damit:
20.800 kWh/a + 2.400 kWh/a = 13.116 kWh/a
Schätzung über bisherigen Verbrauch
Der Heizkostenrechner ermittelt den Wärmebedarf über euren bisherigen Verbrauch und plausible Effizienz des bisherigen Heizungssystems:
Bei Heizkesseln gilt vereinfacht:
Wärmebedarf = bisheriger Brennstoffverbrauch × Jahresnutzungsgrad
Der Jahresnutzungsgrad beschreibt, welcher Anteil der eingesetzten Brennstoffenergie im Jahresbetrieb tatsächlich als nutzbare Wärme im Gebäude ankommt. Er ist nicht dasselbe wie der Laborwirkungsgrad eines Kessels. In der Praxis entstehen Verluste durch Abgas, Bereitschaft, Speicher, Verteilung, Taktbetrieb und nicht optimale Einstellungen.
Bei Wärmepumpen funktioniert die Logik umgekehrt:
Wenn ihr den bisherigen Stromverbrauch der Wärmepumpe kennt, wird dieser mit der Jahresarbeitszahl multipliziert:
Wärmebedarf = Stromverbrauch der Wärmepumpe × Jahresarbeitszahl
Bei Fernwärme oder Nahwärme ist der abgerechnete Verbrauch häufig bereits die gelieferte Wärmemenge. Dann kann der abgerechnete kWh-Wert meist näherungsweise als Wärmebedarf verwendet werden.
Beispiel Heizkessel
Ein Gebäude hat bisher 24.000 kWh Erdgas pro Jahr verbraucht. Der alte Gaskessel erreicht im Jahresbetrieb geschätzt einen Nutzungsgrad von 85 %.
Dann ergibt sich:
Wärmebedarf = 24.000 kWh/a × 0,85 = 20.400 kWh/a
Das Gebäude benötigt also grob 20.400 kWh nutzbare Wärme pro Jahr. Die 24.000 kWh Gasverbrauch dürfen nicht direkt als Wärmebedarf eingetragen werden, weil sonst die Verluste der alten Heizung fälschlich als Gebäudebedarf mitgerechnet würden.
Beispiel Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe hat im Jahr 5.500 kWh Strom verbraucht. Die Jahresarbeitszahl beträgt 3,2.
Dann ergibt sich:
Wärmebedarf = 5.500 kWh/a × 3,2 = 17.600 kWh/a
2. Wie der Wärmepreis berechnet wird
Der Joul-Heizkostenrechner berechnet den Vollkosten-Wärmepreis verschiedener Systeme. Das bedeutet: Er betrachtet nicht nur den aktuellen Strom-, Gas-, Pellet- oder Wärmepreis, sondern möglichst alle Kosten, die über die Nutzungsdauer entstehen. Dazu gehören Anschaffung, Förderung, Energiekosten, Grundpreise, Wartung, sonstige jährliche Kosten und gegebenenfalls Reinvestitionen.
Die Grundidee ist einfach:
Wärmepreis = Gesamtkosten im Betrachtungszeitraum ÷ gesamte bereitgestellte Wärmemenge
Die Bezugsgröße ist dabei immer die nutzbare Wärme, die das Gebäude benötigt. Ein Gebäude mit 18.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr benötigt über 20 Jahre insgesamt 360.000 kWh Wärme. Auf diese Wärmemenge werden die Kosten der verschiedenen Heizsysteme verteilt.
Gesamtkosten im Betrachtungszeitraum:
Anschaffungskosten (nach Förderung)
+ ggfs. Ersatzgerät (2. Generation nach 20 Jahren)
+ Energiekosten pro kWh x gesamte bereitgestellte Wärmemenge im Betrachtungszeitraum
+ Sonstige jährliche Kosten x Anzahl Jahre des Betrachtungszeitraums
Der Rechner betrachtet sowohl 20 als auch 40 Jahre. Energiepreise können dabei jährlich steigen oder sinken, wenn im Rechner eine Preisentwicklung eingetragen wird.
Wichtig: Der Wärmepreis ist ein Durchschnittswert über den gesamten Betrachtungszeitraum. Die tatsächlichen Kosten können in einzelnen Jahren stark davon abweichen. Am Anfang fallen oft hohe Investitionskosten an, später vor allem Energiekosten und Wartung. Bei längeren Zeiträumen können Reinvestitionen hinzukommen. Das Liniendiagramm stellt daher die Zahlungsströme über die Laufzeit dar.
Beispielrechnung Wärmepumpe
Ein Gebäude benötigt 18.000 kWh Wärme pro Jahr. Die Wärmepumpe erreicht eine Jahresarbeitszahl von 3,0. Sie benötigt also 6.000 kWh Strom.
Stromkosten:
18.000 kWh Wärme ÷ 3,0 = 6.000 kWh Strom pro Jahr
Bei einem Strompreis von 30 ct/kWh ergeben sich:
6.000 kWh × 0,30 €/kWh = 1.800 € Stromkosten pro Jahr
Für ein einfaches 20-Jahres-Beispiel nehmen wir an:
- Netto-Investition (nach 50 % Förderung): 13.000 €
- Stromkosten: 1.800 €/a
- Wartung und sonstige Kosten: 250 €/a
Dann ergeben sich über 20 Jahre:
13.000 € Investition + 36.000 € Stromkosten + 5.000 € Wartung = 54.000 € Gesamtkosten
Die gesamte Wärmemenge beträgt:
18.000 kWh/a × 20 Jahre = 360.000 kWh WärmeDer Wärmepreis beträgt:
54.000 € ÷ 360.000 kWh = 0,15 €/kWh
Ergebnis: 15 ct/kWh Vollkosten-Wärmepreis
Beispielrechnung Wärmenetz
Das Gebäude benötigt 18.000 kWh Wärme pro Jahr. Bei einem Arbeitspreis von 14 ct/kWh und einem Grundpreis von 500 € pro Jahr ergeben sich:
18.000 kWh × 0,14 €/kWh = 2.520 € Arbeitspreis pro Jahr
Zusammen mit dem Grundpreis:
2.520 € + 500 € = 3.020 € Wärmekosten pro Jahr
Bei Anschlusskosten von 8.000 € ergeben sich für ein 40-Jahres-Beispiel:
8.000 € Anschlusskosten + (40 x 3.020 €) = 128.800 € Gesamtkosten
Die gesamte Wärmemenge im Betrachtungszeitraum beträgt:
18.000 kWh/a × 40 Jahre = 720.000 kWh Wärme
Der Wärmepreis beträgt:
128.800 € ÷ 720.000 kWh = 0,1789 €/kWh
Ergebnis: 17,9 ct/kWh Wärme
Beispielrechnung Heizkessel
Ein Gebäude benötigt ebenfalls 18.000 kWh Wärme pro Jahr. Der Heizkessel erreicht im Jahresbetrieb einen Nutzungsgrad von 90 %. Daraus ergibt sich ein Brennstoffbedarf in Höhe von 20.000 kWh Brennstoff pro Jahr
Brennstoffkosten:
Bei einem Brennstoffpreis von 12 ct/kWh ergeben sich:
20.000 kWh × 0,12 €/kWh = 2.400 € Brennstoffkosten pro Jahr
Für ein einfaches 20-Jahres-Beispiel nehmen wir an:
- Investition: 15.000 €
- Brennstoffkosten: 2.400 €/a
- Wartung und Schornsteinfegerkosten: 300 €/a
Dann ergeben sich über 20 Jahre:
15.000 € Investition + 48.000 € Brennstoffkosten + 6.000 € sonstige Kosten = 69.000 € Gesamtkosten
Die gesamte nutzbare Wärmemenge beträgt:
18.000 kWh/a × 20 Jahre = 360.000 kWh Wärme
Der Wärmepreis beträgt damit:
69.000 € ÷ 360.000 kWh = 0,192 €/kWh
Ergebnis: 19,2 ct/kWh Vollkosten-Wärmepreis
Warum kleine Gebäude oft hohe Wärmepreise haben
Der Wärmepreis hängt stark davon ab, auf wie viele Kilowattstunden sich die festen Kosten verteilen. Anschaffung, Montage, Wartung oder Grundpreise fallen auch dann an, wenn ein Gebäude nur wenig Wärme benötigt.
Ein kleines oder gut saniertes Gebäude kann deshalb einen hohen Wärmepreis in ct/kWh haben, obwohl die jährlichen Gesamtkosten niedrig sind. Der hohe Wärmepreis bedeutet dann nicht automatisch, dass das Gebäude teuer zu beheizen ist. Er zeigt vor allem, dass die Fixkosten auf vergleichsweise wenige Kilowattstunden verteilt werden.
Deshalb sollten neben dem Wärmepreis auch die jährlichen Gesamtkosten und die durchschnittlichen Monatskosten betrachtet werden.
3. Warum 20 und 40 Jahre?
Wärmepumpen und Heizkessel haben meist eine Lebensdauer von etwa 20 Jahren, während Wärmenetze deutlich länger in Betrieb sind. Um beiden Systemen gerecht zu werden, betrachtet dieser Rechner jeweils sowohl 20 als auch 40 Jahre Betriebsdauer.
Während die meisten Verbraucher:innen eher in Zeiträumen von einer Heizungsgeneration (ca. 20 Jahre) denken, spielen Wärmenetze ihre Stärken erst über längere Dauern voll aus.
Um keine Verzerrungen zu erzeugen, indem Wärmepumpen und Heizkessel nur auf 20 Jahre betrachtet werden und Wärmenetze dagegen ausschließlich auf 40 Jahre, werden alle Systeme auf beide Zeiträume betrachtet.
4. Umgang mit Kapitalwert, Abzinsung, Restwert und Reinvestition
In professionellen Wirtschaftlichkeitsbewertungen energiebezogener Investitionen werden häufig Kapitalwertmethoden genutzt, zum Beispiel nach DIN EN 17463. Dabei werden zukünftige Ein- und Auszahlungen auf den heutigen Wert abgezinst.
Solche Verfahren sind wichtig und fachlich berechtigt. Sie betrachten Investitionen aus einer professionellen Projekt- oder Unternehmensperspektive. Dabei werden unter anderem Investitionskosten, laufende Kosten, Erlöse, kalkulatorische Zinssätze, Restwerte und zukünftige Reinvestitionen finanzmathematisch bewertet.
Für private Heizungsentscheidungen ist diese Perspektive aber nur bedingt übertragbar. Hauseigentümer:innen denken meist nicht in vollständigen Kapitalwertmodellen. Sie fragen eher: Was muss ich heute investieren? Welche laufenden Kosten entstehen? Was kommt in Zukunft wahrscheinlich auf mich zu? Muss ich später erneut investieren, und wie kann ich dafür vorsorgen?
Genau hier entsteht ein methodisches Spannungsfeld: Wärmenetzpreise können aus professionellen Projektkalkulationen hervorgehen, in denen Kapitalwert, Abzinsung, Restwerte und Reinvestitionen bereits eine Rolle gespielt haben. Bei einer eigenen Wärmepumpe oder einem Heizkessel werden diese Aspekte von Verbraucherseite dagegen häufig nicht in gleicher Weise berücksichtigt. Dadurch kann ein Kostenvergleich unausgewogen werden.
Der Heizkostenrechner versucht deshalb einen Kompromiss: Er übernimmt keine vollständige Kapitalwertrechnung, bildet aber zentrale Langfristwirkungen so ab, dass sie für Verbraucher:innen nachvollziehbar bleiben.
1. Feste Betrachtungszeiträume statt individueller Restwertrechnung
Der Rechner betrachtet die Kosten über 20 und 40 Jahre. Für Wärmepumpen und Heizkessel wird vereinfacht eine technische Nutzungsdauer von 20 Jahren angenommen.
Die 20-Jahres-Betrachtung entspricht damit näherungsweise einer Systemgeneration. Die 40-Jahres-Betrachtung umfasst zwei Systemgenerationen und macht sichtbar, was passiert, wenn nach 20 Jahren eine Ersatzanschaffung nötig wird.
Weil die Betrachtungszeiträume bewusst als Vielfache der angenommenen Nutzungsdauer gewählt sind, wird auf eine separate Restwertrechnung verzichtet. Am Ende der 20-Jahres-Betrachtung ist die erste Systemgeneration rechnerisch verbraucht. Am Ende der 40-Jahres-Betrachtung gilt dasselbe für die zweite Systemgeneration.
Das ist eine Vereinfachung. In der Realität können Anlagen länger oder kürzer halten, einzelne Komponenten können früher ersetzt werden, und es kann Restwerte geben. Für eine überschlägige Vergleichsrechnung ist diese Logik aber transparenter als eine zusätzliche Restwertannahme, die wiederum eigene Unsicherheiten erzeugen würde.
2. Reinvestitionen statt abstrakter Kapitalwertlogik
Wenn ein Heizsystem innerhalb des Betrachtungszeitraums erneuert werden muss, berücksichtigt der Rechner eine Ersatzanschaffung. Das ist bei der 40-Jahres-Perspektive für Heizkessel und Wärmepumpen der Fall.
Die Ersatzanschaffung wird nicht pauschal auf den heutigen Wert abgezinst. Stattdessen bietet der Rechner verschiedene alltagsnahe Möglichkeiten, mit dieser künftigen Zahlung umzugehen:
- Wer verzinste Rücklagen bildet, kann annehmen, dass bis zur Ersatzanschaffung Kapital angespart wird und Zinserträge den nötigen Eigenanteil verringern.
- Wer unverzinst spart, bildet die Ersatzanschaffung als einfache Rücklage ohne Zinsertrag ab.
- Wer die Ersatzanschaffung über einen Kredit finanziert, zahlt zusätzlich zur Tilgung auch Zinsen.
Diese Varianten ersetzen keine vollständige Kapitalwertrechnung. Sie machen aber denselben Grundkonflikt verständlich: Eine Zahlung in 20 Jahren ist nicht dasselbe wie eine Zahlung heute. Je nachdem, ob Geld angespart, verzinst oder finanziert wird, verändert sich die wirtschaftliche Wirkung der späteren Ersatzanschaffung.
3. Keine Abzinsung der laufenden Verbrauchskosten
Laufende Energie- und Verbrauchskosten der Zukunft werden im Rechner nicht abgezinst. Eine Kilowattstunde Wärme in 15 oder 30 Jahren wird also nicht über einen Kalkulationszins auf ihren heutigen Barwert zurückgerechnet.
Das ist eine bewusste Vereinfachung. Es wurde für diesen Rechner eine Zahlungsstrom-orientierte Vollkostenbetrachtung in heutigen Euro-Werten gewählt. Dadurch bleiben die Ergebnisse für Verbraucher:innen nachvollziehbar.
Was dieser Ansatz leisten soll
Der Rechner liefert keine finanzmathematisch vollständige Investitionsbewertung, sondern er soll privaten Gebäudeeigentümer:innen einen nachvollziehbarer Kostenvergleich ermöglichen. Dafür werden Investitionen, laufende Kosten, Preisentwicklungen und mögliche Ersatzanschaffungen transparent über 20 und 40 Jahre betrachtet. Die Ergebnisse sollten deshalb nicht als exakter Kapitalwert verstanden werden, sondern als vereinfachte Vollkostenperspektive: Was kostet die Wärme unter den gewählten Annahmen durchschnittlich, wenn man heutige Investitionen, laufende Kosten und spätere Ersatzanschaffungen gemeinsam betrachtet?
5. Interpretation der Ergebnisse
Ergebnis ist Szenario, keine Prognose
Der Heizkostenrechner zeigt keine sichere Zukunft, sondern ein Szenario auf Basis der gewählten Eingaben. Das Ergebnis lautet also nicht: „So teuer wird dieses Heizsystem in den nächsten 20 oder 40 Jahren auf jeden Fall sein.“ Es lautet eher: „Wenn Wärmebedarf, Investitionskosten, Energiepreise, Effizienz, Preisentwicklung, Wartungskosten und Reinvestitionen so ausfallen wie eingegeben, dann ergibt sich dieser durchschnittliche Wärmepreis.“
Die Ergebnisse sollten deshalb immer als Orientierung verstanden werden. Besonders bei langen Zeiträumen sind Unsicherheiten unvermeidbar. Energiepreise, Förderbedingungen, technische Entwicklungen, regulatorische Vorgaben und persönliche Nutzung können sich verändern. Der Rechner macht diese Unsicherheiten nicht unsichtbar, sondern ermöglicht, mit ihnen zu arbeiten: Ihr könnt zentrale Annahmen verändern und prüfen, wie stark sich das Ergebnis dadurch verschiebt. Wichtig ist dabei:
Nicht nur auf den günstigsten Wert schauen
Nicht nur der günstigste angezeigte Wert zählt. Wenn zwei Systeme nah beieinanderliegen, zum Beispiel nur um wenige Cent pro Kilowattstunde Wärme, sollte daraus keine harte Rangfolge abgeleitet werden. Kleine Unterschiede können durch leicht andere Annahmen schnell verschwinden oder sich umkehren. In solchen Fällen sind andere Kriterien besonders wichtig: technische Machbarkeit, Komfort, Platzbedarf, Geräuschentwicklung, Versorgungssicherheit, Klimawirkung, Vertragsbindung, Wartungsaufwand und persönliche Präferenzen.
Sensitivität ist wichtiger als Einzelwert
Aussagekräftig ist vor allem, wie stabil ein Ergebnis bleibt. Ändert sich die Reihenfolge der Systeme schon bei kleinen Anpassungen der Eingabewerte, ist das Ergebnis entsprechend vorsichtig zu interpretieren. Bleibt ein System dagegen auch bei veränderten Annahmen deutlich günstiger oder teurer, ist diese Tendenz belastbarer.
Besonders sinnvoll ist es, mehrere Varianten durchzurechnen:
- Was passiert, wenn der Wärmebedarf höher oder niedriger ist?
- Wie stark wirkt sich eine andere Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe aus?
- Was verändert sich bei höheren oder niedrigeren Investitionskosten?
- Wie empfindlich reagiert das Ergebnis auf Strom-, Gas-, Pellet- oder Wärmenetzpreise?
- Welche Rolle spielen Preissteigerungen über 20 oder 40 Jahre?
- Wie stark beeinflussen Wartungskosten, Grundpreise oder Ersatzinvestitionen das Ergebnis?
Der Wärmepreis in Cent pro Kilowattstunde ist vor allem eine Vergleichsgröße. Er macht Systeme mit unterschiedlichen Kostenstrukturen vergleichbar. Eine Wärmepumpe kann zum Beispiel höhere Anschaffungskosten, aber niedrigere laufende Energiekosten haben. Ein Heizkessel kann günstiger in der Anschaffung sein, dafür aber höhere Brennstoffkosten verursachen. Ein Wärmenetz kann geringe eigene Investitionen erfordern, aber höhere laufende Grund- oder Arbeitspreise enthalten. Der Wärmepreis fasst diese Unterschiede in einer gemeinsamen Kennzahl zusammen.
Wärmepreis, Monatskosten und Gesamtkosten gemeinsam betrachten
Der Wärmepreis (ct/kWh) sollte nicht isoliert betrachtet werden. Ergänzend sind die durchschnittlichen Monatskosten, die jährlichen Gesamtkosten und die Kostenentwicklung über die Zeit wichtig.
Kleine oder sanierte Gebäude können recht hohe Wärmepreise haben
Gerade bei kleinen oder sehr gut gedämmten Gebäuden kann der Wärmepreis in Cent pro Kilowattstunde hoch wirken, obwohl die absoluten Jahreskosten niedrig sind. Der Grund: Fixkosten wie Anschaffung, Wartung oder Grundpreise verteilen sich auf vergleichsweise wenige Kilowattstunden. Ein hoher Wärmepreis bedeutet in diesem Fall nicht automatisch, dass das Gebäude insgesamt teuer zu beheizen ist. Vielleicht ist das Gebäude sehr klein oder sehr effizient – Schon kann ein hoher Preis pro kWh die Folge sein.
20- und 40-Jahres-Ergebnisse vergleichen
Auch der Vergleich zwischen 20 und 40 Jahren ist wichtig. Die 20-Jahres-Betrachtung zeigt eher die typische Perspektive einer Heizungsentscheidung. Die 40-Jahres-Betrachtung macht sichtbar, wie sich Reinvestitionen und langfristige Preisentwicklungen auswirken können. Wenn ein System über 20 Jahre günstig erscheint, über 40 Jahre aber deutlich schlechter abschneidet, kann das an Ersatzinvestitionen oder steigenden laufenden Kosten liegen. Wenn ein System anfangs teurer wirkt, sich langfristig aber verbessert, können höhere Anfangsinvestitionen durch niedrigere Betriebskosten ausgeglichen werden.
Wärmenetz-Angebote besonders sorgfältig lesen
Beim Wärmenetz sollten die Ergebnisse besonders sorgfältig eingeordnet werden. Wärmenetze sind lokal sehr unterschiedlich. Arbeitspreise, Grundpreise, Anschlusskosten, Preisgleitklauseln und Vertragsmodelle können sich stark unterscheiden. Deshalb sind konkrete Angebotswerte hier deutlich wichtiger als allgemeine Durchschnittswerte. Ein Wärmenetzvergleich ist nur dann aussagekräftig, wenn die lokalen Konditionen möglichst vollständig und realistisch eingetragen werden.
Ergebnis nicht als technische Empfehlung verstehen
Zusammengefasst: Der Rechner hilft dabei, Heizsysteme wirtschaftlich vergleichbar zu machen. Er ersetzt aber nicht die Entscheidung selbst. Er zeigt, unter welchen Annahmen welche Kosten entstehen können — und welche Annahmen für das Ergebnis besonders wichtig sind.
- Das günstigste System ist nicht automatisch technisch sinnvoll.
- Eine Wärmepumpe mit schlechter JAZ kann schlechter abschneiden als angenommen.
- Ein Wärmenetzanschluss kann wirtschaftlich interessant sein, aber vertraglich oder technisch unpassend.
- Ein Heizkessel kann kurzfristig günstig erscheinen, aber regulatorische und Preisrisiken enthalten.
Kernbotschaft: Wirtschaftlichkeit ist nur ein Teil der Entscheidung.
6. Grenzen des Rechners
Keine Fachplanung / keine Heizlastberechnung
Der Heizkostenrechner ist eine vereinfachte Vollkostenbetrachtung. Er soll helfen, unterschiedliche Heizsysteme wirtschaftlich vergleichbar zu machen. Er ersetzt aber keine individuelle Fachplanung, keine Energieberatung, keine Förderprüfung und keine Finanzierungsberatung.
Der Rechner führt keine Heizlastberechnung durch. Er dimensioniert keine Wärmepumpe, keinen Heizkessel und keinen Wärmenetzanschluss. Er prüft auch nicht, ob Heizkörper, Flächenheizung, Vorlauftemperaturen, Hydraulik, Pufferspeicher oder Hausanschlussleistung zum gewählten System passen. Ob ein Heizsystem technisch sinnvoll und ausreichend dimensioniert ist, muss im konkreten Gebäude fachlich geprüft werden.
Keine technische Machbarkeitsprüfung
Auch technische Machbarkeitsfragen werden nicht bewertet. Der Rechner prüft nicht, ob es einen geeigneten Aufstellort für eine Wärmepumpe gibt, ob Schallschutzanforderungen eingehalten werden, ob Erdsonden genehmigungsfähig sind, ob ein Pelletlager ausreichend Platz hat, ob eine Abgasanlage geeignet ist oder ob ein Wärmenetz am Gebäude tatsächlich verfügbar ist. Solche Fragen können die Entscheidung stark beeinflussen, liegen aber außerhalb der Kostenrechnung.
Keine Abbildung hybrider Systeme
Der Rechner geht vereinfacht davon aus, dass das betrachtete Heizsystem den angegebenen Wärmebedarf vollständig deckt. Komplexere Kombinationen mehrerer Wärmequellen lassen sich hier nicht abbilden. Dazu gehören zum Beispiel Wärmepumpe plus Kaminofen, Wärmepumpe plus Gas-Spitzenlastkessel, Solarthermie plus Heizkessel, Solarthermie plus Wärmenetz, PV-Eigenstrom für eine Wärmepumpe, saisonale Deckungsanteile, bivalente Betriebsweisen, dynamische Stromtarife oder Speicherstrategien. In solchen Fällen kann der Rechner eine grobe Orientierung geben, bildet aber nicht die tatsächliche Betriebslogik des Systems ab.
Keine detaillierte Förderprüfung
Förderungen können im Rechner berücksichtigt werden, wenn sie eingetragen werden. Der Rechner prüft aber nicht, ob im konkreten Fall ein Anspruch auf Förderung besteht. Er berücksichtigt keine detaillierten Förderbedingungen, Einkommensboni, Effizienzboni, kommunale Zuschüsse, Kumulierungsregeln oder zukünftige Änderungen der Förderlandschaft. Für konkrete Investitionsentscheidungen sollten Fördermöglichkeiten separat geprüft werden.
Keine vollständige Finanzierungsrechnung
Auch Finanzierung und steuerliche Effekte werden nur vereinfacht oder gar nicht abgebildet. Der Rechner ist keine vollständige Kapitalwertrechnung und keine professionelle Investitionsbewertung. Kreditzinsen, Tilgung, steuerliche Abschreibungen, individuelle Kapitalkosten, Opportunitätskosten oder Eigenkapitalrenditen werden nicht vollständig modelliert. Der Rechner betrachtet stattdessen vereinfacht, welche Kosten über 20 oder 40 Jahre entstehen und wie sie sich auf die bereitgestellte Wärmemenge verteilen.
Keine sichere Energiepreisprognose
Strom-, Gas-, Pellet-, Hackschnitzel- und Wärmepreise können sich stark verändern. CO₂-Preise, Netzentgelte, Steuern, Umlagen, Beschaffungskosten, politische Rahmenbedingungen und lokale Marktbedingungen können die tatsächlichen Kosten deutlich beeinflussen. Die im Rechner eingestellten Preisentwicklungen sind deshalb Szenarien, keine Prognosen. Besonders bei der 40-Jahres-Betrachtung ist die Unsicherheit entsprechend groß.
Keine vollständige Abbildung von Wärmenetzverträgen
Wärmenetzverträge können ebenfalls komplexer sein, als der Rechner sie abbildet. Preisgleitklauseln, Mindestabnahmemengen, Baukostenzuschüsse, Anschluss- und Benutzungszwang, Vertragslaufzeiten, Kündigungsrechte, Hausübergabestationen, unterschiedliche Tarifbestandteile oder zukünftige Dekarbonisierungskosten eines Netzes können die tatsächlichen Kosten beeinflussen. Der Rechner kann diese Aspekte nur berücksichtigen, wenn sie sich in den eingegebenen Anschlusskosten, Grundpreisen, Arbeitspreisen oder Preisentwicklungen sinnvoll abbilden lassen.
Keine detaillierte CO₂- oder Klimabilanz
Der Rechner erstellt außerdem keine detaillierte CO₂- oder Klimabilanz. Er bewertet nicht automatisch Treibhausgasemissionen, Vorketten, Emissionsfaktoren oder zukünftige Veränderungen des Strommixes. Die Klimawirkung eines Heizsystems ist für die Entscheidung wichtig, wird aber nicht vollständig im Wärmepreis abgebildet.
Keine Komfort-, Risiko- und Akzeptanzbewertung
Ebenso wenig bewertet der Rechner Komfort, Risiko und Alltagstauglichkeit. Aspekte wie Bedienkomfort, Wartungsaufwand, Lärm, Platzbedarf, Brennstofflagerung, Versorgungssicherheit, Abhängigkeit von einem Versorger, Vertragsbindung an ein Wärmenetz oder mögliche Auswirkungen auf den Immobilienwert werden nicht berechnet. Sie sollten bei einer realen Entscheidung zusätzlich berücksichtigt werden.
Keine guten Ergebnisse ohne saubere Eingaben
Schließlich ist der Rechner nur so gut wie die eingegebenen Werte. Angebote sollten sorgfältig geprüft und vergleichbar gemacht werden. Bei Investitionskosten ist zum Beispiel wichtig, ob Montage, Speicher, Rückbau, Elektroarbeiten, Schornstein, Hausanschluss, Erdarbeiten oder andere Nebenkosten enthalten sind. Bei Wärmenetzen sollten Arbeitspreis, Grundpreis, Anschlusskosten, Baukostenzuschüsse und Preisänderungsmechanismen möglichst vollständig erfasst werden.
Die Ergebnisse des Rechners sind daher ein Einstieg in die Entscheidung, nicht ihr Ende. Sie helfen, Kostenstrukturen sichtbar zu machen, Annahmen zu prüfen und verschiedene Heizsysteme unter gleichen Bedingungen zu vergleichen. Für eine konkrete Umsetzung sollten die Ergebnisse mit Fachplanung, Angebotsprüfung und individueller Beratung kombiniert werden.
Fragen und Antworten zum Heizkostenrechner
Was zeigt der Heizkostenrechner genau an?
Der Heizkostenrechner vergleicht die Vollkosten verschiedener Heizsysteme. Dabei werden Investitionskosten, Energiepreise, Betriebskosten und Nutzungsdauer berücksichtigt und auf einheitliche Wärmepreise und durchschnittliche monatliche Kosten umgerechnet. So werden Heizsysteme mit verschiedenen Kostenstrukturen vergleichbar gemacht.
Wann würde man den Rechner nutzen?
Als Verbraucher: Wenn ihr eine neue Heizung sucht und Angebote für Wärmepumpe, Heizkessel und/oder für einen Anschluss an ein Wärmenetz (Nahwärme / Fernwärme) habt. Da sich die Preis- und Kostenstrukturen dieser Alternativen deutlich unterscheiden, macht eine Ermittlung der Vollkosten und Vollkosten-Wärmepreise sie erst ehrlich vergleichbar.
Als Kommune / Wärmenetzprojekt: Wenn ihr ein Wärmenetz an den Start bringt und euren Einwohnern die Möglichkeit bieten wollt, einen Wärmenetzanschluss den dezentralen Alternativen gegenüberzustellen.
Welche Heizsysteme werden verglichen?
Je nach Einstellung werden Wärmepumpen, Heizkessel (z. B. Gas oder Öl) und Wärmenetze miteinander verglichen. So lässt sich schnell erkennen, welches System unter den gewählten Annahmen wirtschaftlich am günstigsten ist.
Was bedeutet „Vollkosten“ beim Heizen?
Vollkosten umfassen alle Kosten über die gesamte Lebensdauer eines Heizsystems – also Anschaffung, Wartung und Energieverbrauch. Der Rechner gibt diese Kosten als Preis pro Kilowattstunde Wärme, aber auch in Form von Kosten pro Monat und Gesamtkosten an (s. Liniendiagramm Gesamtkostenentwicklung).
Für wen ist der Rechner geeignet?
Für Hauseigentümer, die ihre Heizkosten ermitteln und Optionen vergleichen möchten.
Für Kommunen und Stadtwerke zur Unterstützung ihrer Bürger.
Für Planungsbüros und Energieberater für erste Wirtschaftlichkeitsabschätzungen im Gespräch mit Kunden.
Wie genau sind die Ergebnisse des Rechners?
Die Ergebnisse basieren auf den eingegebenen Daten und typischen Annahmen. Sie eignen sich gut für eine erste Orientierung, sind aber dennoch sehr allgemein und ersetzen keine individuelle Planung oder Beratung.
Warum unterscheiden sich die Kosten je nach Eingabe so stark?
Die Wirtschaftlichkeit von Heizsystemen hängt stark von Faktoren wie Energiepreisen, Gebäudezustand, Förderungen und Investitionskosten ab. Kleine Änderungen können daher große Auswirkungen haben.
Ist der Rechner kostenlos nutzbar?
Ja, der Rechner ist frei zugänglich und kostenlos nutzbar.
