Wärmepumpe oder Wärmenetz?

Heizkostenrechner

Was kostet eure Wärme realistisch? Vergleicht die Vollkosten verschiedener Heizungssysteme für euer Gebäude.

Das kann der Joul-Heizkostenrechner:

Mit diesem Heizkostenrechner könnt ihr die Vollkosten-Wärmepreise verschiedener Heizsysteme ermitteln und gegenüberstellen. So werden Wärmepumpen, Heizkessel und Nah- bzw. Fernwärme auf Augenhöhe ehrlich vergleichbar. Berücksichtigt werden Investitionskosten, Energiepreise und Betriebsdauer. So erkennt ihr überschlägig, welche Lösung für euer Gebäude langfristig wirtschaftlich ist.

Ihr kennt nicht alle Werte? Kein Problem.

Eingabehilfe zum Heizkostenrechner

Dieser Hilfebereich hilft euch, realistische Eingaben für den Heizkostenrechner zu finden und tiefer einzusteigen. Sie erlauben euch, typische Größenordnungen abzuschätzen, wenn ihr noch kein konkretes Angebot oder keine Verbrauchsdaten habt.
Beachtet aber: Referenzwerte geben nur eine erste Orientierung – Sobald ihr konkrete Zahlen vorliegen habt (Angebot, Abrechnung), solltet ihr diese verwenden.

1. Wärmebedarf

Der Wärmebedarf beschreibt, wie viel nutzbare Wärme (Raumwärme + Warmwasser) euer Gebäude pro Jahr benötigt (nicht, wieviel Gas oder Strom eure Heizung verbraucht). Er hängt von der Größe, Bauweise und dem energetischen Zustand des Gebäudes sowie der Anzahl der Bewohner:innen und deren Nutzerverhalten ab.

Da der Wärmebedarf die zentrale Ausgangsgröße für die gesamte weitere Heizkostenberechnung darstellt, sollte dieser Wert so belastbar wie möglich sein. Darum gibt es hier drei Wege, ihn einzugeben: 

Wenn ihr euren Wärmebedarf bereits kennt (bspw. aus einer eigenen Berechnung), könnt ihr ihn einfach ins offene Eingabefeld eingeben. Beachtet, dass ihr dort nicht den Gasverbrauch eingebt, denn der liegt durch die Wirkungsgradverluste der Heizung über dem Wärmebedarf des Gebäudes.

Kennt ihr euren Wärmebedarf nicht, könnt ihr ihn grob über das Baujahr, den Sanierungszustand, die beheizte Fläche und die Anzahl der Bewohner:innen abschätzen.

Beachtet, dass die beheizte Fläche in der Regel nicht die gesamte Wohnfläche ist, sondern meist etwa 20% darunter liegt.

Kennt ihr euren Wärmebedarf nicht, könnt ihr ihn grob über euren bisherigen (Brennstoff)Verbrauch abschätzen. Entnehmt dafür euren Abrechnungen oder vergangenen Zählerständen, wieviele Kilowattstunden (kWh) ihr pro Jahr verbraucht. 
Über die Auswahl des Heizungstyps und dessen Effizienz (Nutzungsgrad / Jahresarbeitszahl) wird dann der Wärmebedarf daraus für euch abgeleitet.

Für diese Verbrauchsmethode solltet ihr möglichst nicht nur ein einzelnes Jahr verwenden. Ein sehr kalter Winter, Leerstand, längere Abwesenheit oder ein besonders sparsames Jahr können das Ergebnis verzerren. Besser ist ein Durchschnitt aus zwei bis drei Jahren. Wenn das Gebäude seitdem saniert wurde, sich die Zahl der Bewohner geändert hat oder die Heizung anders betrieben wird, sind alte Verbrauchsdaten nur eingeschränkt aussagekräftig.

Wärmepumpe

Wärmepumpen nutzen Umweltwärme (aus Luft, Erde oder Wasser) und machen sie mithilfe von Strom zum Heizen nutzbar. 
Für den Vergleich in diesem Heizkostenrechner braucht ihr vor allem Anschaffungskosten, Strompreis, die Jahresarbeitszahl (JAZ) und sonstige jährliche Kosten (wie für Wartung und Zähler).
Wärmepumpe-Außengerät vor Haus

Die Kosten für Wärmepumpen hängen stark davon ab, was im Preis enthalten ist: nur das Gerät, auch Montage, Erschließung der Wärmequelle, Speicher, Elektroarbeiten oder zusätzliche Arbeiten am Heizsystem. Deshalb unterscheiden sich Referenzwerte je nach Quelle. Nutzt sie als Plausibilitätscheck – konkrete Angebote sind wichtiger.

Luftwärmepumpe Erdwärmepumpe
mit Kollektoren
Erdwärmepumpe
mit Sonde
Grundwasser-
Wärmepumpe
Anschaffung 22.500 € 28.500 € 28.500 € 28.500 €
Erschließung Wärmequelle - 2.000 – 5.000 € 6.000 – 13.000 € 4.000 – 7.000 €
Anschaffungskosten gesamt 22.500 € 30.500 – 33.500 € 34.500 – 41.500 € 32.500 – 35.500 €

Quelle: co2-online – Wärmepumpe
Abgerufen am 29.05.2026

Luftwärmepumpe
mit Außengerät
Erdwärmepumpe
mit Kollektorfeld
Erdwärmepumpe
mit Sonde
Anschaffungskosten Gerät 8.000 – 16.000 € 8.000 – 16.000 € 8.000 – 16.000 €
Installationskosten1 ca. 3.000 € ca. 3.000 – 8.000 € ca. 3.000 – 16.000 €
Kosten am Haus2 400 – 15.000 € 400 – 15.000 € 400 – 15.000 €
Anschaffungskosten gesamt 11.000 – 35.000 € 11.000 – 40.000 € 11.000 – 47.000 €

1: inkl. Lohnkosten und Erschließung der Wärmequelle
2: je nach Aufwand
Quelle: Finanztip – Wärmepumpe
Abgerufen am 29.05.2026

Luftwärmepumpe
mit Außengerät
Grundwasser-
Wärmepumpe
Erdwärmepumpe
mit Kollektorfeld
Erdwärmepumpe
mit Sonde
5 kW thermisch
(z.B. kleines Haus / Neubau)
18.802 € 32.844 € 31.773 € 34.153 €
10 kW thermisch
(z.B. großes Haus / Altbau)
31.178 € 50.099 € 45.339 € 52.241 €

Bundesweite Durchschnittswerte – Tatsächliche Kosten können lokal z.T. erheblich abweichen.
Nach Quelle: Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW) – Technikkatalog
Abgerufen und Heruntergeladen am 29.05.2026
Eigene Umrechnung: Nettopreise zu Bruttopreisen inkl. MwSt.

Förderung:
Fördersätze und Förderprogramme für Wärmepumpen und andere Heizungsarten sind bei der Verbraucherzentrale übersichtlich dargestellt. Sie liegen meist zwischen 30 – 70%.

Quellen, Hintergründe und weitere Infos:

In der Regel haben Stromtarife zwei Kostenanteile: Einen Arbeitspreis pro Kilowattstunde (ct/kWh) und einen Grundpreis pro Monat (€/Monat). Um aber auch eigene Solarstromanteile berücksichtigen zu können, arbeitet dieser Heizkostenrechner mit einem gemittelten Strompreis (ct/kWh).

2026 liegt der mittlere Strompreis bei etwa 37-41 ct/kWh:

Quelle Mittlerer Strompreis Zeitpunkt
Bundesnetzagentur 40,05 ct/kWh Stichtag 1. April 2025
Destatis 40,55 ct/kWh 2. Halbjahr 2025
co2-online ca. 37,2 ct/kWh Januar 2026

Mittlerer Strompreis inkl. MwSt. für Haushaltskunden.
Nach Quellen: Bundesnetzagentur, Destatis und co2-online
Abgerufen am 31.05.2026

Den mittleren Strompreis eures eigenen Tarifs könnt ihr euch aus Arbeits-, Grundpreis und euerm Jahresverbrauch selbst berechnen: Der Arbeitspreis wird mit dem Verbrauch multipliziert und anschließend zum Jahres-Grundpreis addiert.

Beachtet: Manche Versorger bieten auch spezielle Wärmepumpentarife zu besonderen Konditionen an.

Eigener Solarstrom

Wenn ihr wisst, wieviel eigenen Solarstrom ihr zum Heizen zur Verfügung habt, könnt ihr diesen anteilig mit seinem Wert (z.B. Einspeisevergütung) im mittleren Strompreis berücksichtigen. Der Solarenergie Förderverein (SFV) stellt Einspeisevergütungen von Neu- und Bestandsanlagen übersichtlich dar. Für Anlagen aus den letzten 10 Jahren liegen sie im Bereich von 8-12 ct/kWh.
 
Quellen, Hintergründe und weitere Infos:
 

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt das Verhältnis zwischen erzeugter Wärmemenge und eingesetzter Strommenge über das Jahr – Je höher, desto besser und effizienter.

Die JAZ hängt nicht nur vom Wärmepumpentyp ab. Entscheidend ist vor allem der Temperaturhub, den die Wärmepumpe überwinden muss: Je niedriger die Vorlauftemperatur und je wärmer bzw. stabiler die Wärmequelle, desto höher kann die Jahresarbeitszahl ausfallen.

Plausible JAZ-Bereiche als Eingabehilfe:

Vorlauftemperatur Luftwärmepumpe
(mit Außengerät)
Erdwärmepumpe
(mit Sonde)
Grundwasser-
wärmepumpe
bis ca. 35 °C 3,8 – 4,5 4,3 – 5,0 4,8 – 5,5
35 – 45 °C 3,3 – 4,0 3,8 – 4,6 4,3 – 5,0
45 – 55 °C 2,8 – 3,5 3,3 – 4,0 3,8 – 4,5
über 55 °C 2,3 – 3,0 2,8 – 3,5 3,2 – 4,0

Die hier dargestellten Werte sind plausible Orientierungswerte. Sie entsprechen in ihren Größenordnungen den Werten fachlicher und wissenschaftlicher Quellen, sind aber nicht direkt aus einzelnen Quellen entnommen.

Quelltemperaturen

  • Luft-Wärmepumpen reagieren stärker auf Außentemperaturen;
  • Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen profitieren von stabileren Quellentemperaturen.

Vorlauftemperaturen

  • Kleine Heizkörper benötigen hohe Vorlauftemperaturen (mehr Temperaturhub notwendig –> kleinere JAZ);
  • Flächenheizkörper (z.B. Fußboden) kommen aufgrund ihrer größeren Übertragungsfläche mit niedrigeren Vorlaufemperaturen zurecht (geringerer Temperaturhub –> höhere JAZ).


Hohe Jahresarbeitszahlen sind darum vor allem dann zu erwarten, wenn die Wärmequelle in der Heizsaison vergleichsweise warm ist und die Heizflächen möglichst groß sind.

 
Quellen, Hintergründe und weitere Infos:

Wartungskosten
Wärmepumpen sollten (wie alle Heizungssysteme) regelmäßig gewartet werden. Die Verbraucherzentrale geht dafür von Kosten von 150 bis 300 € pro Jahr aus; co2-online.de nennt 110 – 220 € pro Jahr. 

Die Verbraucherzentrale warnt:
“Es sind Hersteller bekannt, die über 600 Euro dafür verlangen. „Bei einer Preisanfrage für eine neue Wärmepumpenheizung sollten die Wartungskosten direkt mit angefragt werden“, empfiehlt Reinhard Schneeweiß, Energieberater bei der Verbraucherzentrale Saarland, daher.”
Verbraucherzentrale Saarland, Pressemitteilung vom 24.05.2024


Separater Stromzähler (bei Wärmepumpentarif)

Wenn ein separater Zähler, ein intelligentes Messsystem oder eine Steuerungseinrichtung notwendig ist, können zusätzliche Messstellenkosten in der Größenordnung von 25 – 50 € pro Jahr anfallen.

Quellen, Hintergründe und weitere Infos:

Niemand kann Strompreise über 20 oder 40 Jahre zuverlässig vorhersagen. Sie hängen nicht nur vom Börsenstrompreis ab, sondern auch von Netzentgelten, Steuern, Abgaben, Umlagen, Grundpreisen und politischen Entscheidungen.
Deshalb solltet ihr die jährliche Strompreisentwicklung im Rechner nicht als Prognose verstehen, sondern als Szenario:

  • Positive Werte: Wie ändern sich die Wärmepreise, falls der Strompreis entsprechend steigt?
  • Negative Werte: Wie ändern sich die Wärmepreise, falls der Strompreis entsprechend sinkt?

Beachtet: Dieser Heizkostenrechner betrachtet Strompreisentwicklung relativ zur Inflation. “0% Strompreisänderung” bedeutet also, dass der Strompreis sich exakt entsprechend der Inflation entwickelt (und nominal trotzdem steigen kann). Änderungen am Slider beziehen sich also immer auf die Veränderung in Bezug zur Inflation. 

Szenario Eingabe im Rechner Bedeutung
stabil 0 %/a Strompreis bleibt konstant (zur Inflation)
moderat steigend +1 %/a vorsichtige Preissteigerung
deutlich steigend +2–3 %/a Stresstest für höhere Stromkosten
fallend −1 %/a testet sinkende reale Stromkosten

Die Analyse “Heizkosten und Treibhausgasemissionen in Bestandswohngebäuden” des Kopernikus-Forschungsprojekts Ariadne (durchgeführt vom Fraunhofer ISE) modelliert für die nächsten Jahrzehnte folgende Endkunden-Strompreisveränderungen (für Haushalte):

Endkundenpreise (Haushalte)
in €ct2024/kWh
2025 2030 2035 2040 2045 2050
Haushaltsstrom 29,90 31,84 30,90 29,70 28,10 27,60
Veränderung zu 20251 0 % + 1,3 % + 0,3 % 0,0 % − 0,3 % − 0,3 %
Wärmepumpentarif 25,70 29,00 29,60 29,70 28,10 27,60
Veränderung zu 20251 0 % + 2,4 % + 1,4 % + 1,0 % + 0,4 % + 0,3 %

Mittlerer Strompreise für Haushaltskunden inkl. Netzentgelte, Konzession, Stromsteuer und MwSt.
1: Eigene Berechnung der Veränderung in Bezug zu Referenzjahr 2025
Nach Quelle: Kopernikus-Projekt Ariadne
Abgerufen am 02.06.2026

Quellen, Hintergründe und weitere Infos:

Dieser Rechner betrachtet zwei Wärmepumpengenerationen, um auch einen ehrlichen Vergleich zu Wärmenetzen zu ermöglichen. Denn Wärmenetze haben eine deutlich längere Lebens- und Betriebsdauer (oft über 40 Jahre) als Einzelheizungen (meist etwa 20 Jahre), sodass es die Gegenüberstellung verzerren würde, nur eine Heizungsgeneration zu betrachten.

Ähnlich wie beim Strompreis ist es schwer, die Preisentwicklung von Wärmepumpen zu prognostizieren. Der Technikkatalog des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW) nennt für Wärmepumpen im Jahr 2040 Anschaffungspreise, die etwa 10-12% unter den heutigen Preisen liegen.

Darum geht dieser Heizkostenrechner für das Ersatzgerät nach 20 Jahren zunächst von 88 % der ursprünglichen Anschaffungskosten aus (ohne Förderung). Dieser Wert kann aber über einen Slider verändert werden, wenn ihr Grund zur Annahme anderer Neuanschaffungspreise in 20 Jahren habt.

Wärmenetz

Wärmenetze (Nahwärme / Fernwärme) beziehen Wärme aus einer oder mehreren Quellen und verteilen sie an mehrere Gebäude. Die Kostenstrukturen und Wärmepreise sind von Netz zu Netz sehr unterschiedlich, weil sie von der Wärmequelle, der Netzauslastung und lokalen Rahmenbedingungen abhängen. Jedes Wärmenetz ist ein individuelles System. Darum sind allgemeine Referenzwerte hier weniger sinnvoll als bei Wärmepumpen oder Heizkesseln.
 
Im folgenden Abschnitt erfahrt ihr mehr zur Bedeutung der einzelnen Eingaben für das Wärmenetz:
Eine rote Wärmenetzleitung verbindet mehrere Häuser

Quellen und Referenzwerte:

Wärmepumpen benötigen Strom, um Wärme aus der Umwelt nutzbar zu machen. Für die Kostenermittlung ist wichtig, den Arbeitspreis pro Kilowattstunde und einen möglichen Grundpreis zu kennen.
 
Quellen und Referenzwerte:
 

Heizkessel

Zu den konventionellen Heizsystemen zählen Gas‑, Öl‑ und Pelletkessel. In diesem Rechner werden sie unter der Rubrik „Heizkessel“ zusammengefasst. Für einen Kostenvergleich sind Anschaffungskosten, Brennstoffpreis, Nutzungsgrad, Wartungskosten und eine eventuelle Reinvestition nach 20 Jahren entscheidend.

Heizkessel mit sichtbarer Flamme vor Gebäude

Heizkessel sind in der Anschaffung unterschiedlich teuer. Neben dem Heizkesseltyp kommt es auch darauf an, ob nur das Gerät selbst oder auch Montage, Speicher, Abgasanlage, Rückbau, Gasanschluss beziehungsweise Pelletlager in den Kosten enthalten sind.

Gaskessel Holzpelletkessel Holzhackschnitzelkessel
Laut Verbraucherzentrale1 etwa 16.000 € etwa 42.000 € etwa 50.000 €
Nach KWW-Technikkatalog2 12.733 - 14.756 €
(5 kW - 10 kW th)
26.656 - 37.961 €
(5 kW - 10 kW th)
64.022 € (20 kW th)

Bruttopreise inkl. MwSt.
Nach 1: Verbraucherzentrale – Energieberatung und 2: Eigene Berechnung (+ MwSt.) nach KWW-Technikkatalog

Quellen, Hintergründe und weitere Infos:

Brennstoff Preis (2026)
Erdgas ca. 12 ct/kWh1
Holzpellets ca. 8,5 – 10 ct/kWh2

Bruttopreise inkl. MwSt. für Haushaltskunden.
Nach 1: Destatis und 2: C.A.R.M.E.N. e.V.
Abgerufen am 02.06.2026

Erdgas:

Gaspreise bestehen aus Arbeitspreis und Grundpreis. Der Arbeitspreis gilt pro verbrauchter Kilowattstunde, der Grundpreis fällt unabhängig vom Verbrauch an. Mischpreise (wie Destatis sie angibt und wie sie dieser Heizkostenrechner nutzt) enthalten den Grundpreis bereits rechnerisch. Wenn ihr euren eigenen Vertrag kennt, könnt ihr den Mischpreis berechnen, in dem ihr den Arbeitspreis mit dem Verbrauch multipliziert und anschließend zum Grundpreis addiert. Diese Summe teilt ihr dann durch euren Verbrauch.
 

Beachtet, dass sich Gaspreise in Zukunft stark verändern können. Gründe dafür sind neben instabilen Weltmarktpreisen vor allem der CO2-Preis-Anteil, steigende Kosten für Grüngasbeimischungen sowie steigende Netzentgelte. Mehr dazu im Bereich “Energiepreisentwicklung”.

Holzpellets:
Pelletpreise werden häufig in Euro pro Tonne angegeben. Für den Rechner ist aber ein Preis in ct/kWh sinnvoll. C.A.R.M.E.N. e.V. rechnet mit einem Heizwert von 4,9 MWh pro Tonne Pellets. Ein Pelletpreis von 400 €/t entspricht damit ungefähr 8,2 ct/kWh.
 
Der Jahresnutzungsgrad beschreibt, wieviel Wärmemenge ein Heizungssystem pro eingesetzter Brennstoffmenge über das Jahr bereitstellen kann – Wie ein Wirkungsgrad, aber unter Realbedingungen und über das gesamte Jahr.
Heizkessel Plausibler Nutzungsgrad
Gas-Brennwertkessel ca. 86 - 92 %1
Pelletkessel
ca. 75 – 85 %2

Nach 1: Kopernikus-Projekt Ariadne und 2: esyoil.com (agital.online GmbH)
Abgerufen am 02.06.2026

 
“Der Jahresnutzungsgrad einer Heizungsanlage ist das Verhältnis der erzeugten Wärme zu der dem Heizkessel zugeführten Endenergie im Laufe eines Betriebsjahres. Er gibt die Effizienz eines Heizungssystems wider. Die Effizienz wird vom Wirkungsgrad des Heizkessels und den Verlusten, bspw. im Wärmezwischenspeicher und -verteilsystem, bestimmt. Da neue Heizungen im Allgemeinen effizienter sind als alte, steigen die mittleren Jahresnutzungsgrade aufgrund der Substitution im Zeitverlauf an.”
– Umweltbundesamt (UBA)
 
Quellen, Hintergründe und weitere Infos:

Bei Heizkesseln fallen verschiedene jährliche Kosten an:

  • Wartungskosten,
  • Schornsteinfeger,
  • Betriebsstrom für Pumpen, Regelung, Pelletförderung,
  • bei Pellets: Ascheentsorgung, Lagerreinigung, Fördersystemwartung,
  • Ggfs. Instandhaltungsrücklagen
Kostenpunkt Gas-Brennwertkessel Pelletkessel
Wartung1 ca. 80 – 220 €/a ca. 110 – 370 €/a
Schornsteinfeger 2 50 - 90 € 80 - 150 €
Betriebsstrom3 ca. 40 €/a ca. 50 €/a

Nach 1: co2-online, 2: heizung.de (Viessmann Holding International GmbH) und 3: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (Direktvergleich zweier Anlagen)
Abgerufen am 02.06.2026

Quellen, Hintergründe und weitere Infos:

Die Preisentwicklung von Brennstoffen lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen. Nutzt die Eingabe im Rechner daher als Szenarioannahme.

ERDGAS
Gerade beim Erdgas deuten drei Faktoren auf deutliche Preissteigerungsrisiken hin:

  1. “Biotreppe” / “Grüngasquote”: Nach dem vom Bundeskabinett beschlossenen Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes sollen Heizungen, die unter die Biotreppe fallen, ab 2029 zunehmende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe, wie Biomethan oder Wasserstoff einsetzen. Vorgesehen sind 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035 und 60 % ab 2040. Solche Brennstoffe sind bereits heute teurer als Erdgas und in ihrer Verfügbarkeit begrenzt (was sie bei hoher Nachfrage weiter verteuert). 
  2. CO2-Preis: Erdgas verursacht CO₂-Emissionen und wird deshalb über den nationalen und künftig europäischen Emissionshandel bepreist. Der CO₂-Preis verteuert fossile Brennstoffe und soll Anreize schaffen, Emissionen zu senken. Die genaue Entwicklung ist unsicher, weil der EU-ETS 2 stärker marktbasiert funktioniert (Preis nach Angebot & Nachfrage) und keine festen Preise wie der bisherige nationale CO2-Preis vorsieht.
  3. Gasnetzentgelte: Da viele Gaskunden in Zukunft auf Alternativen wie Wärmepumpen und Wärmenetze umsteigen, müssen die Kosten des Gasnetzbetriebs auf immer weniger verbleibende Gaskunden umgelegt werden. Je weniger Gebäude mit Gas beheizt werden, desto teurer wird es für sie. In vielen Gebieten werden Gasverteilnetze voraussichtlich stillgelegt und zurückgebaut. 

Quellen, Hintergründe und weitere Infos:

Dieser Rechner betrachtet zwei Heizkesselgenerationen, um auch einen ehrlichen Vergleich zu Wärmenetzen zu ermöglichen. Denn Wärmenetze haben eine deutlich längere Lebens- und Betriebsdauer (oft über 40 Jahre) als Einzelheizungen (meist etwa 20 Jahre), sodass es die Gegenüberstellung verzerren würde, nur eine Heizungsgeneration zu betrachten.

Ähnlich wie beim Strompreis ist es schwer, die Preisentwicklung von Wärmepumpen zu prognostizieren.
Darum geht dieser Heizkostenrechner für das Ersatzgerät nach 20 Jahren von den gleichen Kosten der ursprünglichen Anschaffungs aus (ohne Förderung). Dieser Wert kann aber über einen Slider verändert werden, wenn ihr Grund zur Annahme anderer Neuanschaffungspreise in 20 Jahren habt.

Methodik & Grenzen

Der Joul-Heizkostenrechner vergleicht die Vollkosten verschiedener Heizsysteme. Dadurch werden Systeme mit unterschiedlichen Kostenstrukturen wie Wärmepumpen, Heizkessel und Wärmenetze vergleichbar. Dieses Kapitel erklärt, wie die Berechnungen zustande kommen, welche Annahmen dahinterstecken und wo die Grenzen des Modells liegen.

Der Wärmebedarf ist die wichtigste Ausgangsgröße des gesamten Rechners. Er beschreibt, wie viel nutzbare Wärme euer Gebäude pro Jahr benötigt — also für Raumwärme und Warmwasser zusammen.

Wichtig: Der Wärmebedarf ist nicht automatisch dasselbe wie euer bisheriger Gas-, Öl-, Pellet- oder Stromverbrauch. Denn beim bisherigen Verbrauch sind immer auch Verluste der alten Heizungsanlage enthalten. Ein Gaskessel, der 20.000 kWh Gas verbraucht, stellt dem Gebäude also weniger als 20.000 kWh nutzbare Wärme bereit. Ein Teil der Energie geht über Abgas, Speicher, Verteilung oder ineffiziente Betriebsweise verloren.


Es gibt in diesem Rechner drei Wege, den Wärmebedarf zu berücksichtigen:

Wer den Wärmebedarf aus einer professionellen Heizlastberechnung oder Energieberatung kennt, kann ihn direkt eingeben.

Bei dieser Methode wird der Wärmebedarf aus zwei Teilen zusammengesetzt:

Wärmebedarf = Raumwärmebedarf + Warmwasserbedarf

Der Raumwärmebedarf hängt vor allem davon ab, wie groß das Gebäude ist und wie viel Wärme es pro Quadratmeter und Jahr benötigt (spezifischer Heizwärmebedarf).

Raumwärmebedarf = beheizte Fläche × spezifischer Heizwärmebedarf

Die beheizte Fläche liegt meist etwa 20% unter der gesamten Wohnfläche. Denn Keller, unbeheizte Dachräume, Abstellräume oder selten beheizte Bereiche zählen nicht unbedingt vollständig dazu.

Der spezifische Heizwärmebedarf in kWh pro Quadratmeter und Jahr wird abhängig von Gebäudetyp, Baualter und Sanierungszustand aus der TABULA-Datenbank des Instituts für Wohnen und Umwelt (IWU) abgeleitet.

Zusätzlich zum Raumwärmebedarf wird der Warmwasserbedarf berücksichtigt. Dieser hängt von der Anzahl der Personen und deren Nutzerverhalten ab:

Warmwasserbedarf = Personen im Haushalt × typischer Warmwasserbedarf pro Person

Dieser Rechner geht von einem Warmwasserverbrauch von 800 kWh pro Person und Jahr aus. Wer häufig badet, sehr lange duscht oder viel Warmwasser nutzt, kann darüber liegen. Sparsame Haushalte können darunter liegen.

Ein Beispiel:

Ein teilsaniertes Einfamilienhaus aus 1980 hat 130 m² beheizte Fläche. Für seine Baualtersklasse und seinen Sanierungszustand wird ein spezifischer Heizwärmebedarf von 82 kWh/m²·a angesetzt.

Dann ergibt sich für die Raumwärme:
130 m² × 82 kWh/m²·a = 10.716 kWh/a

Im Haus leben 3 Personen. Für Warmwasser werden angesetzt:
3 × 800 kWh/a = 2.400 kWh/a

Der geschätzte gesamte Wärmebedarf beträgt damit:
20.800 kWh/a + 2.400 kWh/a = 13.116 kWh/a

Der Heizkostenrechner ermittelt den Wärmebedarf über euren bisherigen Verbrauch und plausible Effizienz des bisherigen Heizungssystems:

Bei Heizkesseln gilt vereinfacht:

Wärmebedarf = bisheriger Brennstoffverbrauch × Jahresnutzungsgrad


Der Jahresnutzungsgrad beschreibt, welcher Anteil der eingesetzten Brennstoffenergie im Jahresbetrieb tatsächlich als nutzbare Wärme im Gebäude ankommt. Er ist nicht dasselbe wie der Laborwirkungsgrad eines Kessels. In der Praxis entstehen Verluste durch Abgas, Bereitschaft, Speicher, Verteilung, Taktbetrieb und nicht optimale Einstellungen.

Ein Beispiel (Heizkessel):

Ein Gebäude hat bisher 24.000 kWh Erdgas pro Jahr verbraucht. Der alte Gaskessel erreicht im Jahresbetrieb geschätzt einen Nutzungsgrad von 85 %.

Dann ergibt sich:

Wärmebedarf = 24.000 kWh/a × 0,85 = 20.400 kWh/a

Das Gebäude benötigt also grob 20.400 kWh nutzbare Wärme pro Jahr. Die 24.000 kWh Gasverbrauch dürfen nicht direkt als Wärmebedarf eingetragen werden, weil sonst die Verluste der alten Heizung fälschlich als Gebäudebedarf mitgerechnet würden.


Bei Wärmepumpen funktioniert die Logik umgekehrt:
Wenn ihr den bisherigen Stromverbrauch der Wärmepumpe kennt, wird dieser mit der Jahresarbeitszahl multipliziert:

Wärmebedarf = Stromverbrauch der Wärmepumpe × Jahresarbeitszahl

Ein Beispiel (Wärmepumpe):

Eine Wärmepumpe hat im Jahr 5.500 kWh Strom verbraucht. Die Jahresarbeitszahl beträgt 3,2.

Dann ergibt sich:

Wärmebedarf = 5.500 kWh/a × 3,2 = 17.600 kWh/a


Bei Fernwärme oder Nahwärme ist der abgerechnete Verbrauch häufig bereits die gelieferte Wärmemenge. Dann kann der abgerechnete kWh-Wert meist näherungsweise als Wärmebedarf verwendet werden.

Der 

Bei

Die Preisentwicklung

Dieser Rechner

Fragen und Antworten zum Heizkostenrechner

Was zeigt der Heizkostenrechner genau an?

Der Heizkostenrechner vergleicht die Vollkosten verschiedener Heizsysteme. Dabei werden Investitionskosten, Energiepreise, Betriebskosten und Nutzungsdauer berücksichtigt und auf einheitliche Wärmepreise und durchschnittliche monatliche Kosten umgerechnet. So werden Heizsysteme mit verschiedenen Kostenstrukturen vergleichbar gemacht.

Als Verbraucher: Wenn ihr eine neue Heizung sucht und Angebote für Wärmepumpe, Heizkessel und/oder für einen Anschluss an ein Wärmenetz (Nahwärme / Fernwärme) habt. Da sich die Preis- und Kostenstrukturen dieser Alternativen deutlich unterscheiden, macht eine Ermittlung der Vollkosten und Vollkosten-Wärmepreise sie erst ehrlich vergleichbar.

Als Kommune / Wärmenetzprojekt: Wenn ihr ein Wärmenetz an den Start bringt und euren Einwohnern die Möglichkeit bieten wollt, einen Wärmenetzanschluss den dezentralen Alternativen gegenüberzustellen.

Je nach Einstellung werden Wärmepumpen, Heizkessel (z. B. Gas oder Öl) und Wärmenetze miteinander verglichen. So lässt sich schnell erkennen, welches System unter den gewählten Annahmen wirtschaftlich am günstigsten ist.

Vollkosten umfassen alle Kosten über die gesamte Lebensdauer eines Heizsystems – also Anschaffung, Wartung und Energieverbrauch. Der Rechner gibt diese Kosten als Preis pro Kilowattstunde Wärme, aber auch in Form von Kosten pro Monat und Gesamtkosten an (s. Liniendiagramm Gesamtkostenentwicklung).

Für Hauseigentümer, die ihre Heizkosten ermitteln und Optionen vergleichen möchten.

Für Kommunen und Stadtwerke zur Unterstützung ihrer Bürger.

Für Planungsbüros und Energieberater für erste Wirtschaftlichkeitsabschätzungen im Gespräch mit Kunden.

Die Ergebnisse basieren auf den eingegebenen Daten und typischen Annahmen. Sie eignen sich gut für eine erste Orientierung, sind aber dennoch sehr allgemein und ersetzen keine individuelle Planung oder Beratung.

Die Wirtschaftlichkeit von Heizsystemen hängt stark von Faktoren wie Energiepreisen, Gebäudezustand, Förderungen und Investitionskosten ab. Kleine Änderungen können daher große Auswirkungen haben.

Ja, der Rechner ist frei zugänglich und kostenlos nutzbar.